Traude Novy

18 May

Corona-Krisen-Tagebuch 12. Teil

von Traude Novy am 18. May 2020, 09:58 Uhr

12. Mai

 

Pünktlich zu den Eisheiligen ist es kalt geworden und es hat Gott sei Dank auch ein wenig geregnet. Heute ist internationaler Tag der Pflege.

12 May

Corona Krisen-Tagebuch 11.Teil

von Traude Novy am 12. May 2020, 13:20 Uhr

7. Mai

 

Es ist ein seltsames Gefühl, soviel Freizeit zu haben, weil Suzanna mir fast alles abnimmt. Das schlechte Gewissen, wenn ich tagsüber stundenlang lese, hat mir meine Mutter so gründlich eingeimpft, dass es nicht wegzukriegen ist. Dabei gibt es so vieles Interessantes, allerdings auch Anstrengendes über die politische, kulturelle und soziale Lage zu lesen. Meine Empfehlung – Falter lesen und den „Morgenmoment“ von Barbara Blaha runterladen. Und zur Abwechslung viel digital Musik hören, von Molden bis Klassik.

10 May

Corona-Krisen-Tagebuch 10. Teil

von Traude Novy am 10. May 2020, 19:40 Uhr

3. Mai

Vergeht die Zeit schneller, wenn ein Tag wie der andere abläuft, man zu Hause sitzt und die Nachrichten täglich abflachende Kurven der Aktivität von Covid-19 zeigen? Wenn keine Kulturveranstaltungen stattfinden und dem ORF kein wirklich tolles Krisenprogramm, außer den stündlich wiederholten Zahlen zur Pandemie einfällt?

04 May

Corona-Krisen-Tagebuch 9. Teil

von Traude Novy am 04. May 2020, 09:12 Uhr

28. April

 

Ab 1. Mai wird das Leben wieder ein wenig normaler. Aber was ist schon normal? Waren die Touristenströme in Wien, oder noch ärger in Venedig und Barcelona normal? Ist es normal, dass Kreuzfahrtschiffe mit 5.000 Personen an Bord massenhaft die Weltmeere verschmutzen? Ist Shopping als Freizeitbeschäftigung normal? Sind Billig-T-Shirts als Wegwerfware normal? Sind die Vermögensunterschiede in Österreich, wo 1 % der Bevölkerung 40% aller Vermögen besitzt, normal? Ist es normal, dass es Rettungsschiffen verboten wird, in Europa zu landen? Ich wünsche mir wirklich eine „neue Normalität“ aber die sieht wahrscheinlich anders aus, als die Vorstellungen unseres Bundeskanzlers.

28 Apr

Corona-Krisen-Tagebuch 8. Teil

von Traude Novy am 28. April 2020, 10:46 Uhr

23. April

 

Jetzt ist unser Garten wieder ganz von den hohen Bäumen ringsum grün eingerahmt. Auch die große Blutbuche des Nachbarn, die im Sommer immer ein wenig dunkel und melancholisch wirkt, hat wunderschön rote Frühlingsblätter. Wir könnten uns wie in Dornröschens verwunschenem Schloss fühlen, gäbe es da nicht Zeitungen, Computer, Radio und Fernsehen als Tor zur Welt. Und das was uns da erreicht, ist manchmal sehr beunruhigend.

23 Apr

Corona-Krisen-Tagebuch 7. Teil

von Traude Novy am 23. April 2020, 14:25 Uhr

18. April

 

Schön langsam ist es schon Routine, Wocheneinkauf wird geliefert und das zu einem kleinen Tratsch auf Distanz genutzt. Meine Tochter hat uns auch von ihrem Wirt am Yppenplatz einige Köstlichkeiten mitgebracht. Er kocht jetzt zur Abholung und rext auf Vorrat in Gläser ein. Es erinnert mich ein wenig an meine Kindheit, als bei meinen Großeltern wenn geschlachtet wurde, einige Gerichte „eingerext“ wurden. Diese kleinen Wirte muss man unterstützen, sie arbeiten normalerweise immer am Rande der Selbstausbeutung und jetzt muss man schauen, dass sie uns erhalten bleiben.

18 Apr

Corona-Krisen-Tagebuch 6. Teil

von Traude Novy am 18. April 2020, 10:17 Uhr

14. April

 

Heute ist der erste Tag, wo kleine Geschäfte und auch Baumärkte wieder offen haben. Es ist wieder kalt geworden. Gott sei Dank hat es wenigstens auch ein bisschen geregnet. Ich habe einen Artikel für die kfb geschrieben und dabei festgestellt, dass all das, was ich vor einem Monat verfasst habe, seine Relevanz verloren hat. Meine damals provokante Feststellung, dass die Menschen, die in der Vorsorge- und Versorgungsarbeit tätig sind, die Voraussetzung dafür schaffen, damit alles andere funktionieren kann, ist zum Allgemeinwissen geworden. Die Einstellung dazu, wer systemrelevante Arbeit leistet und wer Leistungsträgerinnen sind, wurde durch die Krise massiv vom Kopf auf die Beine gestellt. Eine OECD Studie hat übrigens festgestellt, dass in den systemrelevanten Berufen 75% Frauen beschäftigt sind – ist halt so, Männer regieren die Welt, aber Frauen tragen sie.

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