Samstag 18. November 2017
Begegnung mit Gästen

Gäste 2017: GUATEMALA

Mut.Macht.Gesellschaft.

Einsatz für soziale Gerechtigkeit.

 

Armut und große soziale Ungleichheiten sind in allen Gesellschaften zu finden. Auch in Österreich wird darüber diskutiert, wie der Wohlstand verteilt ist und wer daran teilhaben darf. Gegenwärtig verfügt eine Minderheit über Geld und Vermögen im Überfluss. Zugleich haben immer mehr Menschen zu wenig für ein gutes Leben. Eigentlich sind aber doch genug Ressourcen für alle da – sie sind nur extrem ungleich verteilt. Es gilt also die Frage zu beantworten, was wir für ein Leben brauchen, was wirklich gut für alle ist.

 

Auch in Guatemala ist die Frage der gerechten Verteilung ein wichtiges Thema. Kein anderes Land in Lateinamerika verzeichnet eine so große Schere zwischen Arm und Reich. Der größte Teil der natürlichen Ressourcen, des wirtschaftlichen Vermögens und der politischen Gestaltungsräume sind in der Hand einiger weniger Personen. Zudem sind die Folgen des 36 Jahre dauernden Bürgerkriegs bis heute spürbar: Ethnische Diskriminierungen, Menschenrechtsverletzungen und Gewalt sind auch 20 Jahre nach Unterzeichnung der Friedensverträge allgegenwärtig. Insbesondere die indigene und ländliche Bevölkerung sind davon betroffen. Sie bilden die große Mehrheit der Bevölkerung und prägen das Land mit ihrer kulturellen und sprachlichen Vielfalt. Das auf den ersten Blick beeindruckende Bild einer vermeintlich multikulturellen Gesellschaft hält jedoch bei einer näheren Betrachtung nicht stand. Zu offenkundig sind die sozialen Gegensätze sowie die wirtschaftliche und politische Ausgrenzung der Mehrheitsbevölkerung. Trotz Repressalien seitens der staatlichen und wirtschaftlichen Eliten leisten die indigenen Gemeinschaften gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen beharrlichen Widerstand.

 

Unsere Gäste Hilda Elizabeth Cabrera López und Elvis Santiago Morales Sican erzählen, wie sich in ihren Organisationen für ein würdiges Leben der benachteiligten Mehrheitsbevölkerung einsetzen. Sie fordern Mitspracherecht und Teilhabe an Bildung, Gesundheit, Justiz und Kultur. Sie schlagen alternative Wirtschaftssysteme vor, die die Umwelt schützen und zu einem guten Leben für alle Menschen beitragen. Sie inspirieren und machen Mut.

Ein erfülltes Leben für Frauen – dafür setzt sich Hilda Elizabeth Cabrera López ein, wenn sie in Worksops zur Mediation von Konflikten in Gemeinden spricht. Denn in Guatemala haben sich das Schweigen und die Angst als Überlebensstrategie durchgesetzt und um den Teufelskreis der Gewalt zu durchbrechen muss gemeinsam gehandelt und zum Umdenken bewegt werden. Bildung ist für junge indigene Frauen ein Weg, um ihren Lebensweg selbst zu bestimmen. Beratung und Begleitung zur Bewältigung von Gewalterfahrungen und die gleichzeitige Stärkung durch den Rückhalt der Gruppe und das Reflektieren des eigenen Lebensprojekts ergänzen ihre Arbeit. Elizabeth lebt in Guatemala Stadt und ist die Programmkoordinatorin von MIRIAM-Guatemala, einer Organisation zur Förderung der Aus-, Fach-, und Weiterbildung von insbesondere indigenen Frauen. Sie ist Soziologin und war selbst Stipendiatin von MIRIAM. Die Organisation ist u.a. Partnerin von Horizont3000, der Katholischen Frauenbewegung, der Dreikönigsaktion, SOL und der Erklärung von Graz/ EvG, sowie des Weltgebetstags für Frauen.

 

Elvis Santiago Morales Sican, aus San Lucas Tolimán, Guatemala, ist für die Beratung und Begleitung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zuständig. Als Agraringenieur ist er überzeugt, dass der Erhalt alten Wissens und traditioneller Praktiken in der Landwirtschaft eine Lösung für die anhaltende Armut und Unterernährung am Land ist. „Denn“, so Elvis Morales, „wir wurden geschaffen um glücklich zu sein.“ Das „Bauern- und Bäuerinnen-Komitee des Hochlands“, kurz CCDA, ist Vorreiter der Biolandwirtschaft und des Ökotourismus in der Region. Von Kursen in ökologischer und biodynamischer Landwirtschaft bis hin zum Widerstand gegen die aktuelle Bergbau-Politik basieren alle Themen der Organisation auf dem Konzept des Guten Lebens „Utz K’aslemal“.  Das CCDA ist Partnerorganisation von Horizont3000 und der Dreikönigsaktion.

 

Begegnungen, die bewegen!

Laden Sie unsere Gäste in der Zeit vom 24. - 30. April 2017 zu einer spannenden Begegnung ein, um auszutauschen, Gemeinsames zu entdecken und sich von ihrem Tatendrang und ihren Ideen inspirieren zu lassen.

 

Kontakt und Information: Milena Müller-Schöffmann, wien@welthaus.at

 

Katholischen Aktion
Erzdiözese Wien

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