Gesellschaft

Pfarrgemeinde FairWandeln zieht Kreise

Weihbischof Scharl forderte ein „dringendes Nachdenken über unseren Lebensstil“

Zwölf Pfarren intensivieren ihr Engagement im Bereich der Schöpfungsverantwortung.

Mit einem FairWandeln-Fest feierte die Welthaus-Initiative Pfarrgemeinde FairWandeln der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien am 23. November 2018 im Curhaus Wien die weitere Aufnahme von fünf Pfarren in das Projekt.

 

Weihbischof Franz Scharl würdigte die Initiative FairWandeln, die es seit 2014 gibt und die sich den drei Themen „Öko-fair-sozial“ verschrieben hat. Grundlage des Handelns ist auch die Schöpfungs-Enzyklika von Papst Franziskus: „Laudato si“. Unser Papst Franziskus ruft auf, mit allen über „unser gemeinsames Haus“ ins Gespräch zu kommen. „Mir ist wichtig, dass die Schöpfungsverantwortung in allen Pfarren auch gelebt wird“, so Scharl. Bei seinen Visitationen frage er immer auch, wie es die Pfarren mit der Schöpfungsverantwortung hielten. Scharl forderte ein „dringendes Nachdenken über unseren Lebensstil“ und lud die teilnehmenden Pfarren ein, „ein gutes Beispiel zu geben, die Menschen auf diesen Weg einzuladen und mehr davon zu erzählen“.

 

Zu den bestehenden sieben „Pilot“-Pfarren wurden weitere fünf Pfarren als neue „FairWandeln-Pfarren“ aufgenommen: Ziersdorf, Merkersdorf, Aspern und Essling (Wien 22) und das Rektorat Donaucity (Wien 22). Sie gehen neue, innovative Weg im Bereich der Schöpfungsverantwortung. Weihbischof Scharl segnete die 12 Pfarrgemeinden und hofft, dass demnächst „zehn Prozent unserer Pfarren und Gemeinden“ „FairWandeln“-Pfarren sein werden.

 

Wenn Pfarren fair-wandelt werden - Trendsetter

Gabriele Kienesberger von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung erklärte, dass ökosoziales Handeln mittlerweile zu einem gesellschaftlichen Trend geworden sei – und die ausgezeichneten Pfarren damit Trendsetter. Christoph Watz von der Katholischen Aktion unterhielt die Festgäste mit gitarrebegleiteten Liedern, darunter „Die Erde ist ein Haus für alle Menschen“. Maria Hartl erzählte, dass in ihrer Eßlinger Pfarre beim Erntedankfest kein Plastikgeschirr mehr verwendet wird. „Aber auch unsere Männer haben sich fair-wandelt – und haben in der Küche mitgeholfen!“

 

Der Pfarrverband Ziersdorf hat beispielsweise eine „Genuss-Börse“ initiiert. Dort werden u.a. Überschüsse von Obst und Gemüse und Pflanzen-Ableger angeboten. „Ich erlebe das „Pfarrgemeinde FairWandeln“ Bewegung in unsere Pfarren bringt. Menschen, denen Nachhaltigkeit und faire Zusammenleben eine Anliegen ist, finden sich. Wir werden jetzt ein Stück aktiver für das, woran wir glauben. Das macht unseren Pfarrverband zu einem attraktiveren Ort – auch für Menschen, die sich zuvor nicht so beheimatetet fühlten.“ So Traude Reinwein vom Pfarrverband Ziersdorf.

 

70 Personen feierten im Stephanisaal in Wien das Bestehen der vielfältigen Initiativen. Die Pfarre Aspern hat den Themenbereich „Schöpfungsverantwortung“ in das Pfarrkonzept aufgenommen und will künftig die Pfarrfeste „plastikfrei“ halten. Das Rektorat Donaucity wiederum hat mithilfe der MA 48 eine Mülltrennstation geschaffen und bietet diesen Winter „eine Wärmestube nur für Frauen“ an.

 

Dieses pfarrliche Angebot, sich sozial gerecht, wirtschaftlich fair und ökologisch verantwortlich zu engagieren trifft daher, wie Weihbischof Scharl und Gabriele Kienesberger im Gespräch feststellten, genau das Bedürfnis der Menschen, sinn-voll aktiv zu werden. Um Engagement mit Sinn zu füllen, spielt sowohl die spirituelle Einstellung und die Hinwendung zu den Menschen eine Rolle, als auch das Wissen um Fakten und Tatsachen des Klimawandels, und die Einsicht des not-wendigen Wandels unseres Lebensstils. Mehr Info: www.fairwandeln.at

 

Stefan Kronthaler, Mathias Kautzky, Welthaus und Franz Vock

 

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