Gesellschaft

Solidarität mit Menschen auf der Flucht

St. Gabriel-Interview, „Gebet und Demo“ und „7 Hausaufgaben für die Kirche“

 

Aktueller Stand in der Flüchtlingsunterkunft St. Gabriel

 

Vor dem Sommer haben wir Sie gebeten, die Petition „Flüchtlingsunterkunft St. Gabriel soll bleiben“ an die Landeshauptfrau von Niederösterreich, Johanna Mikl-Leitner, zu unterstützen. (Aufruf hier)

Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe. Weit über 15.000 Personen haben sich dafür eingesetzt, um die Schließung von St. Gabriel und die Verlegung der Flüchtlinge in andere Quartiere zu verhindern.

(Petition hier)

Die Angelegenheit ist noch nicht geklärt. Eine Zahl der betreuten Personen wurde (sehr kurzfristig) auf 30 reduziert. Über das weitere Betreuungskonzept sind Verhandlungen zwischen Landesrat Waldhäusl und der Caritas im Gange.

 

Auch die Katholische Aktion ist mit der Landeshauptfrau in Kontakt. Johanna Mikl-Leitner hat Präsident Walter Rijs (im Urlaub) telefonisch kontaktiert. Informationen mit unseren Anliegen geben wir immer wieder an die Landeshauptfrau weiter.

 

mosaik-Interview mit Franz Helm, St. Gabriel

 

Das Politik-Magazin mosaik hat bei Franz Helm, Ordensmitglied der Steyler Missionare und selber Bewohner von St. Gabriel, nachgefragt: "Man will anscheinend bewusst den sozialen Konflikt schüren und das Negativbild der „Ausländer“ noch verstärken, um eine „Law and Order“ Politik, eine Aufrüstung der Polizei und eine Abschottung der Grenzen zu rechtfertigen. Ich mache mir große Sorgen um unser Land. Es wird in meinen Augen zunehmend unmenschlich, unsolidarisch und xenophob. Für mich als Christen hat jeder Mensch die gleiche Würde und das gleiche Recht auf ein gutes Leben, denn in jedem Menschen sehe ich ein Ebenbild Gottes."

Das gesamte Interview lesen Sie hier

 

Gebet für Menschen auf der Flucht

 

„Du sollst einen fremden Untertan, der vor seinem Herrn bei dir Schutz sucht, seinem Herrn nicht ausliefern. Bei dir soll er wohnen dürfen, in deiner Mitte, in einem Ort, den er sich in einem deiner Stadtbereiche auswählt, wo es ihm gefällt. Du sollst ihn nicht ausbeuten“.

Diese Lesung aus dem Buch Deuteronomium 23,16-17 stand im Zentrum des Gebets für Menschen auf der Flucht „Wo ist dein Bruder?“ anlässlich der EU-Flüchtlingskonferenz in Wien, an dem auf Einladung vom Pfarrnetzwerk Asyl, Christlich geht anders, der Katholischen Aktion der ED Wien und der Pfarre St. Johann Nepomuk rund 40 Personen am 13. September 2018 in St. Johann Nepomuk teilnahmen.

Im Kyrie wurde um Erbarmen gebetet:

  • Weltweit sind Millionen von Menschen auf der Flucht und wir versuchen unseren Wohlstand mit immer größeren Mauern zu abzusichern.
  • Flucht hat Ursachen: Krieg, Gewalt und Terror, aber auch Ausbeutung und wirtschaftliche Perspektivenlosigkeit. Wir im reichen Westen sind aber nicht bereit unseren Teil der Verantwortung für dieses Elend zu übernehmen.
  • Integration kann nur gelingen, wenn beide Seiten aufeinander zugehen und ist immer ein Wagnis. Oft fehlt uns der Mut den ersten Schritt zu setzten.

Bei den anschließenden freien Fürbitten  konnte jede/r Weihrauchkörner in eine Schale legen, deren Rauch dann für alle sichtbar aufstieg.

 

Baut Brücken, nicht Mauern! – Demonstration

 

Bei der anschließenden Demonstration „Flucht ist kein Verbrechen!“, zu der die Plattform für eine menschliche Asylpolitik zum Praterstern eingeladen hatte, sprach Erich Fenninger , der Direktor der Volkshilfe Österreich, und stv. Sprecher der Plattform für eine menschliche Asylpolitik Er kritisiert im Vorfeld: EU-Kommissionsvorschläge sehen vor, dass Kinder und Jugendliche in Schubhaft genommen und unbegleitet in ihr Herkunftsland abgeschoben werden können, „auch dann, wenn dort keine Familie auf sie wartet“. Das ist ein „unglaublicher Eingriff in die Kinder- und Jugendrechte“.

 

Dabei warnten auch die fünf großen österreichischen Hilfsorganisationen Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe angesichts der Vorschläge der EU-Kommission für eine Reform des europäischen Asylsystems vor einer Aushöhlung des Flüchtlingsschutzes. – siehe https://orf.at/stories/3015502/ "Schutz ausgehöhlt": NGOs warnen vor EU-Asylplänen - news.ORF.at

 

Die weiteren Sprecher an der Demonstration waren Henrie Dennis von Afro Rainbow Austria , der syrische Menschenrechtsaktivist Abdulhamid Kwieder, Fahim Baraki von Refugees For Refugees, Afghanistan, Marcus Bachmann von: Ärzte ohne Grenzen / Médecins Sans Frontières (MSF) und Nelson Carr und Soma Ahmad von #aufstehn . Der Demonstrationszug führte anschließend vom Praterstern über die Reichsbrücke, wo ein 50 Meter großen „Baut Brücken, nicht Mauern!“ Banner aufgespannt und die Hymne der Bürgerrechtsbewegung „We shall overcome“ gesungen wurde, zum Austria Center Vienna, wo die EU-Innenminister zur EU-Flüchtlingskonferenz in Wien tagten.

 

Rechtspopulismus: Sieben Hausaufgaben für die Kirche

 

Bei einem Vortrag über Rechtspopulismus des Sozialethikers und Jesuiten Michael Hainz sagte der Professor an der Universität Leipzig und der Jesuitenhochschulen in Krakau und Frankfurt/Main auf Einladung der Katholischen Sozialakademie aus der Sichte der Soziallehre der Kirche und der Bibel am 18. September 2018 in der Akademie der Wissenschaften in Wien, diese dünne Ideologie“ spalte die Gesellschaft in zwei Lager: in das „reine Volk“ und die „korrupte Elite“. Rechtspopulisten treiben Dämonen ein, indem sie Gruppen und Demokratie systematisch und bewusst schlechtreden. Der Sozialethiker legte dabei der Kirche sieben Hausaufgaben ans Herz – Bericht hier                         

Franz Vock

 

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