Mittwoch 28. Juni 2017
Gesellschaft

Romaria-Wallfahrt: Es geht um „mehr Gerechtigkeit“

Solidaritätswallfahrt mit Flüchtlingen will “ein gutes Leben für alle -solidarisch ermöglichen“

„Wie jede/jeder von Euch da ist, sind wir als Gemeinschaft da und wollen aufmerksam machen, dass es um mehr Gerechtigkeit geht; Dass wir füreinander da zu sein haben – Solidarisch. Solidarität ist ein anderes Wort für Liebe! Es geht darum, EIN GUTES LEBEN für ALLE-solidarisch zu ermöglichen“, sagte KA-Wien Präsident Walter Rijs am Beginn der 8. Romaria-Wallfahrt* von Schwechat, NÖ, nach Wien-Inzersdorf-Neustift, an der auf Einladung des Don Bosco Flüchtlingswerkes, der Don Bosco Familie und der Katholischen Aktion der ED Wien rund 100 Personen, fast die Hälfte davon Flüchtlinge, am 6. Mai 2017 teilnahmen.

 

Im Dialog ermutigt

In Begleitung von SambAttac ging es von der Pfarrkirche Schwechat am Sozialzentrum Zirkelweg vorbei zur Pfarrkirche Unterlaa, wo Herbert Langthaler über die praktischen Probleme der Asylkoordination einen Impuls gab. Vor der Pfarrkirche Oberlaa regte das Jugend eine Welt Bildungsteam einen Dialog über „Wie schafft Bildung Solidarität“ unter den TeilnehmerInnen an. Am Islamischen Friedhof gedachte Gernot Galib Stanfel von der Christlich-Islamischen Plattform der Opfer auf der  Flucht, von denen einige auf diesem Friedhof bestattet sind. Im Draschepark, der im Pfarrgebiet St. Nikolaus liegt, nannte Alexander Pollak von SOS Mintmensch 10 Punkte für das „Zusammenleben in Respekt in einem sowohl nichtreligiösen als auch multireligiösen Land“.

 

In Inzersdorf – Neustift erfolge eine Begegnung mit Jugendlichen des Don Bosco Flüchtlingswerks, von denen mehrere ein köstliches Mittagessen vorbereitet hatten. Nach dem 12 –Kilometer langen Fußmarsch bei angenehmem Wetter schmeckte das allen sehr gut. Die Geschäftsführerin des Don Bosco Flüchtlingswerks, Eva Kern, forderte in ihrem Statement, „zuerst das Kind im jungen Flüchtling zu sehen, nicht den Flüchtling im Kind“. Es gebe keine halben Kinder, im Gegenteil, Kinderrechte seinen unteilbar. Ein Jugendlicher aus Sierra Leone, der eine Lehrstelle gefunden hat, wandte sich mit seinem Bericht an die anwesenden Flüchtlinge und ermutigte diese mit seinen Erfahrungen.

 

Der ehemalige Salesianerprovinzial Rudolf Osanger bekräftigte beim „Politischen Abschlussgebet“ das Engagement seines Ordens für Flüchtlinge. Die Präsidentin der österreichischen Frauenorden, Sr. Beatrix Mayerhofer kehrte die Würde von Flüchtlingen hervor, die unbedingt zu wahren sei. Als zum Abschluss drei Original Schwimmwesten von in Lampedusa angekommenen Flüchtlingen ungereinigte auf das Kreuz gelegt wurden, löste das viel Betroffenheit aus. Viele entzündeten daraufhin Kerzen und brachten ihre Fürbitten zum Ausdruck.  Nachdenklich, dankbar und berührt von den persönlichen Begegnungen klang die Wallfahrt aus.

 

Franz Vock

 

*Romarias sind Wallfahrten in Brasilien, die Liturgie, Prozession und politische Stärkung verbinden

 

Zum Kathpress-Bericht

Zum Impuls von KA-Präsident Walter Rijs

 

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