Arbeitswelt

KABÖ begrüßt Frauenvolksbegehren

Die sozialpolitischen Forderungen sind wesentliche Faktoren für eine gerechtere Arbeitswelt

Pressemitteilung der Katholischen ArbeitnehmerInnen Bewegung Österreich - KABÖ

[Wien, 8.3.2018] Weitreichende Unterstützung findet das aktuelle Frauenvolksbegehren in Kreisen der Katholischen ArbeitnehmerInnen-Bewegung Österreichs. „Das Frauenvolksbegehren fasst in hervorragender Weise zusammen, was es braucht, um zu einer zeitgemäßen, menschen- und geschlechtergerechten Gestaltung der Arbeitswelt zu gelangen“, so Philipp Kuhlmann, Vorsitzender der KABÖ. „Die Denk- und Handlungsansätze der KABÖ finden sich in den Forderungen des Frauenvolksbegehrens nach einer ´gerechten Arbeitswelt‘ nahezu vollinhaltlich wieder“, meint auch die stv. KABÖ-Vorsitzende Margit Savernik. Sie freue sich, dass mit dem Frauenvolksbegehren weitere Allianzen auf dem Weg zu einer gerechten Arbeitswelt geschaffen wurden: „Wir gratulieren den BetreiberInnen und allen, die das Volksbegehren unterstützen, dazu, bereits jetzt schon eine Befassung des Nationalrats mit den darin enthaltenen Forderungen erreicht zu haben. Das Frauenvolksbegehren bringt auch uns als KAB mit unseren Forderungen voran.“

 

Kuhlmann bezieht sich in erster Linie auf die Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden pro Woche mit dem Ziel der schrittweisen gerechten Verteilung von vorhandener Erwerbsarbeit einerseits sowie notwendiger unbezahlter Sorgearbeit andererseits auf Frauen und Männer: „Die KABÖ ist 2017 mit ihrer Positionierung zur Einführung einer 30-Stunden-Woche noch ein wenig weiter gegangen, indem sie – anders als das Frauenvolksbegehren – begleitend nicht nur einen generellen, sondern den vollen Lohn- und Personalausgleich fordert. Die Beweggründe sind dieselben: die zu verteilende Erwerbsarbeit wird immer weniger.“ Neu geschaffene Arbeitsplätze in der Eurozone seien jetzt schon fast ausschließlich Teilzeitjobs, Digitalisierung und weitere Automatisierung verknappen das Erwerbsarbeitsangebot noch mehr. „Frauen, immer schon im Abseits der Erwerbsarbeit, drohen noch weiter abgedrängt zu werden“, so Kuhlmann. Gegenwärtig wird in Österreich die unbezahlte Haus- und Sorgearbeit zu zwei Dritteln von Frauen verrichtet. 80 Prozent der Teilzeitbeschäftigten sind Frauen. Frauen arbeiten überwiegend in Niedriglohnbranchen.

 

„KritikerInnen einer Arbeitszeitverkürzung halte ich im Sinne des Frauenvolksbegehrens auch entgegen, dass ein geringeres Stundenausmaß an Erwerbsarbeit mehr Leistungsfähigkeit bedeutet, die Qualität von Arbeit erhöht, Raum für Kreativität und Innovation schafft sowie das Krankheitsrisiko und damit Gesundheitskosten senkt“, so die stv. KABÖ-Vorsitzende Margit Savernik. Arbeitszeitverkürzung wirke also durchaus im Interesse der Wirtschaft.

 

Der eklatante Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern in Österreich - einer der höchsten im EU-Vergleich - ist ein weiterer Punkt, bei dem Analysen und Forderungen der KABÖ mit denen des Frauenvolksbegehrens übereinstimmen: „Es braucht eine Lohntransparenz, es braucht Maßnahmenpläne zum Abbau von Einkommensunterschieden bei gleichwertiger Arbeit, es braucht soziale und wirtschaftliche Maßnahmen, um die massiven Lohnunterschiede zwischen verschiedenen Arbeitsmarktsegmenten, Branchen und betrieblichen Hierarchien einzudämmen und ausgewogene Geschlechterverhältnisse in allen Branchen und auf allen Ebenen herzustellen“, bekräftigen Kuhlmann und Savernik gemeinsam die Forderungen des Frauenvolksbegehrens. Zu begrüßen wären überdies Maßnahmen wie die Koppelung von öffentlicher Auftragsvergabe und Förderungen an Aktivitäten zur Gleichstellung im Betrieb oder auch Pilotprojekte im öffentlichen Dienst, die zeigen, wie objektive Bewertung von Arbeit funktionieren und Vorbildwirkung entfalten kann.

 

Regelungen zur gerechten Verteilung von Teilhabechancen von Frauen und Männern in der Arbeitswelt seien ein Schlüssel zur gerechten Verteilung von Teilhabechancen generell, so Kuhlmann: „Die Ausgestaltung der Arbeitswelt ist ein Spiegel unseres ökonomischen und sozialen Selbstverständnisses. Und das Ziel heißt da für uns wie für die Betreiberinnen des Frauenvolksbegehrens: Sicherung eines guten Lebens für alle“. 

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