Samstag 18. November 2017
Arbeitswelt

Wenn Müll sich nützlich macht…

Gäste aus Uganda stellten spannende Upcycling-Projekte in ihrer Heimat vor

„Müll kann auch Reichtum sein“, sagte der Sozialarbeiter und Umweltaktivist, Andrew Ogwal, aus Uganda und zeigte auf einen aus wiederverwerteten Metallresten hergestellten Kochtopf bei der Begegnung mit Gästen, zu der die Pfarren Baden-St. Josef, Pfaffstätten und der Weltladen Baden in Kooperation mit dem Welthaus der Katholischen Aktion (KA), der KA, dem Umweltbüro der Erzdiözese Wien und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit am 15. April 2016 in das Pfarrzentrum Baden-St. Josef eingeladen hatte.

 

 Workshop in der Mode- und Kunstschule Herbststraße

 

Kreative Abfallwiederverwertung schafft Einkommen und besseres Leben

Mit Kohlebriketts aus getrockneten Maiskolben, Taschen aus alten Plastiksäcken, Flipflops aus Autoreifen, Matten aus gebrauchten Strohhalmen, Etuis aus Stoffresten, Ketten aus Altpapier und anderen Produkten veranschaulichte Ogwal das Veranstaltungsmotto, „Wenn Müll sich nützlich macht …“. Damit verschaffen sich Frauengruppen, die das Upcycling lernen und durchführen, ein zusätzliches Einkommen. Diese kreative Wiederverwertung von Abfall führt gleichzeitig zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen in ihrer Heimat.

 

Ogwal berichtete dazu, wie sich Menschen aus der Gemeinde mit VertreterInnen der öffentlichen Verwaltung zusammenschließen, um die Abfallsammlung und –wiederverwertung in ihrem Stadtteil zu organisieren. Weiters werden mit originellen pädagogischen Methoden Menschen mobilisiert und dazu angehalten Toiletten zu reinigen oder verschmutzte Flächen in Gemüsegärten zu verwandeln.

 

Die Biobäuerin Josephine Lubyayi erklärte, wie sie auf ihrem Bauernhof mit dem Mist ihrer Kühe durch eine Mini-Biogaslage ihre Küche mit Energie versorgt und ihre Bananen- und Kaffeepflanzen in ihrem Garten düngt. Ebenso können einfache Erfindungen wie ein „Tiptap“, ein Kanister mit Wasser, der mit Seil und Halterung ausgestattet als Handwaschvorrichtung dient, zu einer verbesserten Hygiene beitragen. Das Abfallprodukt Bananenfasern wird als Verpackungsmaterial verwendet oder zu Taschen und Matten geflochten.

 

Begeisterte SchülerInnen und offene Türen …

Die beiden Gäste aus Uganda erinnerten die zahlreichen VeranstaltungsbesucherInnen, jede/r kann mit seinen/ ihren Schritten zur Lösung dieses globalen Problems beizutragen. Gleichzeitig setzte die Pfarre Baden-St. Josef mit diesem Veranstaltungsabend als Teilnehmerin des Projekts „Pfarrgemeinde FairWandeln“ eine weitere Maßnahme in den Bereichen Schöpfungsverantwortung, faire Wirtschaft und Soziales – siehe auch http://www.ka-wien.at/site/welthaus/fairwandeln .

 

Zum Bild: Die BesucherInnen waren von den aus der Abfallwiederverwertung entstandenen Produkten erstaunt und begeistert. 

 

 

In den vorhergehenden Tagen waren die Schülerinnen und Schüler des GRG 17 Geblergasse, der HLW 10 Reumannplatz und der HAS Friesgasse begeistert von den upgecycleten Materialien und zeigten ihre gesammelten Bilder zum Thema Müll. In der Mode- und Kunstschule Herbststraße präsentierten die SchülerInnen Bilder einer Modenschau mit upgecycleter Kleidung. Am Institut für Abfallwirtschaft der BOKU Wien tauschten sich die Gäste nicht nur mit den StudentInnen zum Thema Abfall aus, sondern lernten auch das Labor des Instituts kennen. Und die Österreicherin des Jahres 2015 in der Kategorie Forschung, Univ.-Prof. DI Dr. Marion Huber-Humer, führte aus, wie Abfall wiederverwertet wird.

 

 

Wie in Uganda entdecken auch in Österreich wieder immer mehr Menschen neu, was früher selbstverständlich war: Mit ein wenig an Kreativität muss vieles nicht in der Mülltonne landen. Alte Geräte können gemeinsam repariert oder Kleidung umgenäht werden. Und das nicht den Schönheitskriterien der Supermärkte entsprechende Obst und Gemüse schmeckt verkocht  hervorragend.

 

Josephine Lubyayi  ist eine der Bäuerinnen, die am Landwirtschaftsprogramm der Caritas Maddo in Masaka, einer Partnerorganisation von Bruder und Schwester in Not der Katholischen Männerbewegung Innsbruck, teilnehmen. Andrew Ogwal ist einer der vielen jungen motivierten MitarbeiterInnen von YES (Youth Environment Service), einer Partnerorganisation der Dreikönigsaktion und von HORIZONT 3000, in der Grenzstadt Busia.

 

Milena Müller-Schöffmann, Franz Vock

 

Katholischen Aktion
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