image
18. Jan 2019

Wiener Neustadt trägt donnerstags Schwarz.

von Christoph Watz am 18. Januar 2019, 09:55 Uhr

Zurzeit trage ich jeden Tag Schwarz. Denn auch in meiner Heimatstadt Wiener Neustadt ist einer von diesen schrecklichen Beziehungsmorden geschehen.

Es ist Donnerstag und ich trage schwarze Kleidung. Seit Dezember an jedem Donnerstag. Ich wurde damals bei den alljährlichen „16 Tagen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ auf die Kampagne „Donnerstags in Schwarz“ aufmerksam: Denn in Österreich ist jede fünfte Frau ab ihrem 15. Lebensjahr körperlicher oder sexueller Gewalt ausgesetzt. "Das Leben ist hinter der Wohnungstür viel gefährlicher als davor. Es werden mehr Frauen als Männer ermordet. Nur bei jedem sechsten Mordfall gibt es keinerlei Beziehung. Das ist kein Zufall.", sagen Expertinnen.

 

Zurzeit trage ich jeden Tag Schwarz. Denn auch in meiner Heimatstadt Wiener Neustadt ist einer von diesen schrecklichen Beziehungsmorden geschehen.

 

Die stärkste Kommunikationsarbeit der Stadt hat leider der „stellvertretende Bürgermeister“ übernommen. Der FPÖ-Politiker nützt die Gelegenheit schamlos, um härtere Asylgesetze zu fordern, und auch gleichzeitig die Caritas und politische Gegner zu attackieren.

 

Ich denke mir, der Ruf allein nach Sicherheitsmaßnahmen ist zu wenig. Ich will keinen „Polizeistaat“. Es braucht genauso Investitionen in Präventionsarbeit, Schutzangebote, Beratung und Begleitung für betroffene Frauen, Antiaggressionsarbeit, …. Frauen, die in Gewaltbeziehungen leben und bedroht werden, brauchen Schutz. Es braucht auch mehr Mittel für Frauenhäuser statt Kürzungen.

 

 

Und eine menschliche Gesellschaft muss genauso Hilfe und Perspektiven für Flüchtlinge bieten. Darum unterstütze ich (so wie Viktor Gernot mit mir am Bild bei der Filmpremiere „Ute Bock Superstar“) die Initiative ausbildung-statt-abschiebung.at. Denn Asylwerber/innen, die sich in Lehre befinden, werden abgeschoben, obwohl in Österreich derzeit 162.000 Fachkräfte fehlen. Bis 2020 soll allein der Fachkräftemangel in NÖ 39.000 Personen umfassen.

 

Christoph Watz

 

Diese Telefonnummern sollten in jedem Handy eingespeichert sein, damit man Hilfe weitergeben kann, wenn man selbst oder im Bekanntenkreis mit überfordernden Situationen konfrontiert ist:

Frauenhelpline gegen Gewalt: 0800-222 555

Opfer-Notruf: 0800-112 112,

Rat auf Draht: 147

Gewalt ist nie ok!: 0800-567 567,

Telefon-Seelsorge: 142

 

Unterstützen Sie die Petition "Ausbildung statt Abschiebung"

 

Erwin Pröll, Reinhold Mitterlehner, Hans-Peter Haselsteiner, Gerhard Drexel SPAR, Marcel Haraszti REWE, Georg Kapsch IV, Hugo Portisch, Franz Fischler, Hannes Androsch, Othmar Karas, Karl Heinz Strauss PORR, Bischof Hermann Glettler, Wilhelm Molterer, Brigitte Ederer,.... u.v.a.m. unterstützen die Petition Ausbildung statt Abschiebung, die vom OÖ Landesrat Rudi Anschober initiiert wurde. Über 1.000 UnternehmerInnen, mehr als 65.000 Privatpersonen und Resolutionen aus 100 Gemeinderäten an die Regierung fordern eine Lösung der Vernunft, damit Lehrlinge in dringend benötigten Mangelberufen ausgebildet werden können: http://ausbildung-statt-abschiebung.at/

 

„Gewalt an Frauen“ - Film + Diskussions-Veranstaltungen zum Thema in Wiener Neustadt:

 

Di 5. März, 19.30: Nach dem Urteil. Mit Filmgespräch mit Familienrichtern. BZ St. Bernhard, Domplatz 1, WN www.dekarte.at
 

Do 7. März, 19.30: Female Pleasure. 5 junge Frauen aus 5 Weltreligionen kämpfen gegen die Dämonisierung der weiblichen Sexualität und setzen sich für Frauen-Selbstbestimmung ein. Stadttheater Wiener Neustadt
 

Do 2. April, 19.30: Home Sweet Home. Doku über 40 Jahre Frauenhäuser in Österreich, BZ St. Bernhard, Domplatz 1, WN, www.dekarte.at

 

 

comments powered by Disqus
© 2019 | Impressum | Intern
Darstellung: