Evelyn Hödl

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06. Aug 2019

Bilder der Erinnerung - Visionen der Zukunft

von Hödl Evelyn am 06. August 2019, 15:04 Uhr

Zum Hiroshima-Gedenken 2019

Vor kurzem wurde mit viel Aufwand der ersten Landung von Menschen auf dem Mond vor 50 Jahren gedacht. Beeindruckend in dieser Retrospektive: die blau-weiße Kugel der Erde,  vom Mond aus betrachtet, in all ihrer Begrenztheit und Zerbrechlichkeit. Mehr denn je ist dieses Bild heute eine Warnung und Mahnung an uns.

 

Dieser kleine, blaue Planet ist unser aller Heimat, Heimat einer Menschheit in der Vielfalt ihrer Kulturen, Religionen, Hautfarben, Sprachen, Träume, Hoffnungen,... Ursprung, Heimat und Zukunft - einer Zukunft, die in einem Ausmaß bedroht und gefährdet ist wie niemals zuvor.


Nur wenige Tage später erinnern wir uns an das Fanal des Bombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki. Und in diesen beiden Bildern begreifen wir mit aller Eindringlichkeit, dass der Mensch es vermag, das Leben auf diesem Planeten zu zerstören: durch Nuklearwaffen, durch Katastrophen in Kernkraftwerken (haben wir immer noch nichts gelernt aus Tschernobyl und Fukushima?), durch Klimawandel, Artensterben, Abschmelzen des Polareises, Überflutungen und Dürrekatastrophen.

 

Dazu erleben wir eine zunehmend irrationale Politik einiger Akteure, mutwillige Provokationen wie den Ausstieg der USA aus dem Iran-Deal und dem INF-Vertrag. Nun hat auch Russland diesen Vertrag gekündigt. 2021 läuft der New-START-Vertrag aus, und wenn keine Verlängerung vereinbart wird, droht ein weiteres Wettrüsten in Bezug auf strategische Nuklearwaffen.


SIPRI, das schwedische Friedensforschungsinstitut, gibt neue Rekordzahlen der weltweiten Aufrüstung bekannt: 2018 erhöhten sich die Militärausgaben um 2,6 % auf 1822 Milliarden US-Dollar. Weltweit ist gemeinsames vernünftiges Handeln dringlich notwendig. Noch vermag die Menschheit, das zerstörerische Potenzial aufzuhalten.


Zwei Erinnerungsbilder: die zerstörten japanischen Städte 1945 und der kleine blaue Planet 1969. Entsetzen - Mahnung - Vision. Die Entscheidung ist noch in unseren Händen.  
Noch ein weiteres Bild aus der Erinnerung taucht auf: 1989 - der Fall der Berliner Mauer. Die Vision von Freiheit, Zukunft, Frieden.


Es braucht einen Anstoß, die Mauern in unseren Köpfen, in unseren Herzen, einzureißen.
Die weltweite "Fridays for Future" - Bewegung hat einen neuen Impuls gegeben. Der kleine blaue Planet zeigt uns symbolisch Ziel und Weg auf:

  • Gemeinsamkeit und Solidarität statt nationaler Egoismen
  • Respekt, Konsultation und Kooperation statt Aufrüstung
  • Loslassen alter, traditioneller Denk-, Verhaltens-, Produktions- und Konsumgewohnheiten
  • Mut zur Veränderung.

1962 eröffnete der US-Präsident Kennedy das Wettrennen zum Mond mit der Ankündigung:  "Wir werden zum Mond fliegen, nicht, weil es einfach ist, sondern weil es schwierig ist."


Am 30. Mai 2019 sprach Angela Merkel zu 20.000 jungen Menschen an der Havard-Universität: "Fragen wir ... nicht zuerst, was nicht geht und was immer schon so war.  Fragen wir nach dem, was geht, und suchen wir nach dem, was noch nie so gemacht wurde."


Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung und des kleinen blauen Planeten: auch dies ist schwierig - vielleicht schwieriger als eine Reise zum Mond und zurück. Aber es ist zu schaffen. Wir werden es schaffen: Miteinander, solidarisch, gewaltfrei: denn es ist eine Frage des Überlebens und des "guten Lebens" für die ganze Menschheit.

 

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